Raus aus der Einsamkeitsfalle
- Lisa Nussbaumer

- 1. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Raus aus der Einsamkeitsfalle
Dezember, Vorweihnachtszeit, das Gewusel, die Anstrengung, in den Tagen vor Weihnachten noch alles unter den Hut zu bringen. Du bist beschäftigt aber tief in Dir drinnen, egal, wie viele Menschen um Dich herum sind, ist dieses Gefühl. Allein, vielleicht einsam.
Viele Menschen entgehen diesem Gefühl, indem sie dafür sorgen, immer einen vollen Terminkalender mit allerlei organisierten Aktivitäten zu haben. Ich habe keine Zeit, Einsamkeit zu fühlen, denn ich habe etwas zu tun. Oftmals geschieht dies unbewusst. Es gibt einen Teil in Dir, der immer weiss, was Du auf keinen Fall fühlen willst. Dieser Teil in Dir, hält Dich sicher davor, Dich so zu fühlen, dass ein emotionaler Schmerz zu stark wird. Dieser Teil bewahrt Dich davor, zu diesem tiefen Schmerz zu gelangen, mit dem Heilung geschehen könnte. Aber es ist einfacher, diesen Schmerz nicht zu fühlen. Dieser Teil in Dir, der sich einsam und alleine fühlt, der wird mit allen Mitteln abgeschirmt.

Aber irgendwann im Laufe des Lebens zeigen sich Situationen, in denen dieser Teil in Dir nicht mehr weggeschoben werden kann. Keine Freundschaft, keine Krankheit, kein freudiges Ereignis und kein Drama können es mehr aufhalten.
Weshalb ist es für Teile von Dir so gefährlich, sich einsam zu fühlen?
Ganz vereinfacht und überspitzt gesagt, ist der Mensch so programmiert, dass er in der Gemeinschaft überlebt und in der Einsamkeit stirbt. Die Verbindung zu anderen Menschen gibt Dir Sicherheit, das Gegenteil lässt Dich um Dein Überleben kämpfen. In Deinem Bewusstsein als erwachsener Mensch ist Dir bewusst, dass Du wohl heute nicht mehr in Lebensgefahr bist, wenn Du Deine Sippe nicht um Dich hast. Aber dieser Teil in Dir, dem das noch nicht bewusst ist, der fürchtet die Einsamkeit und alles, was damit verbunden ist.
Wenn Du aufwächst, gibt es bestimmte Regeln. Diese variieren von Familie zu Familie. Das, was in Deiner Familie «Gesetz» war, das wird verinnerlicht und Du wendest dieses ungeschriebene Gesetz in Deinem Leben an. Es ist sozusagen Deine Betriebsanleitung für Dein Leben. Damals als Kind ging es ums Überleben, ja. Heute nicht mehr. Die Regeln, nach denen Du funktionierst, bleiben aber dieselben, wie damals, als Du noch abhängig von wohlwollenden Erwachsenen warst.

Das Gefühl der Einsamkeit allein ist nicht gefährlich. Das, was gefährlich ist, ist das, was Du Dir aufgrund dessen, was Du in Deiner Vergangenheit gelernt hast und Dir für Deine Zukunft vorstellst, geschehen könnte.
Der Weg aus der Einsamkeitsfalle
Wenn Du die Chance hast, an das Gefühl der Einsamkeit heranzukommen, lass dieses zu. Es ist «nur» ein Gefühl. Das, was es Schlimm macht ist, dass Du Dir vorstellst, was alles Schlimmes passieren könnte, wenn Du Dich einsam fühlst. Dies ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es mich Jahre kostete, an das Gefühl der Einsamkeit heranzukommen. Mein Mechanismus war, alsbald sich Situationen anbahnten, in denen es dazu kommen könnte, dass ich mich einsam fühlte, schützte ich mich mit Kopfschmerzen. Dieser Teil in mir, der mich vor Einsamkeit beschützen wollte, sagte: «Lieber Kopfschmerzen, als Einsamkeit. Kopfschmerzen schützen Dich vor Einsamkeit».
Der Weg aus der Einsamkeitsfalle ist, das Gefühl bewusst zu fühlen und es nicht durch einen Automatismus zu unterbrechen. So merkst Du, dass Dich dieses Gefühl nicht umbringt. Eine Übung dazu gibt Dir die amerikanische Neurowissenschaftlerin Dr. Jill Bolte Taylor. Sobald Dir bewusst wird, dass dieses Gefühl entsteht, unterbinde es nicht. Fühle es für 90 Sekunden, ohne etwas zu denken und in Deinem Kopf schreckliche Zukunftsszenarien zu erstellen. Ohne die Verstärkung dessen, was nun alles passieren könnte, ebbt das Gefühl nach 90 Sekunden ab und Ruhe kehrt ein.
Die 90 Sekunden Regel ist kein Allheilmittel, sie dient Dir in der Not. Um das Gefühl der Einsamkeit wirklich zu heilen, ist es nötig, herauszufinden, woher dieses Gefühl kommt. Wo hast Du es zum ersten Mal gespürt? Was geschah damals in Deinem Leben? Fragen, wie diese, helfen, an Erinnerungen aus der Vergangenheit zu kommen. Sind diese Erinnerungen einmal bewusst, gelingt es Dir, zu erkennen, dass das Damals Vergangenheit ist und nicht mit in die Zukunft gehört.

Nutze Deine Ressourcen
In Situationen, in denen die Einsamkeit überwältigend zu sein scheint, ist es Dir bewusst kaum möglich, an Deine Ressourcen anzuknüpfen. Du reagierst dann aus der Sicht deines kindlichen Ich’s, ohne Dir bewusst zu sein, dass Du Dir in diesem Moment selbst helfen könntest. Heisst das, dass Du alles allein machen musst? Nein. Es heisst, dass Du in Deine Kraft zurückkehrst. Wenn das geschieht, hilfst Du Dir selbst und dann kannst Du aus der Freiheit heraus Verbindungen schaffen, die nicht dazu dienen, dass Du Dich nicht mehr einsam fühlen musst. Diese Verbindungen, diese Freundschaften, diese Beziehungen sind stark. Denn sie entstehen aus einer Fülle und nicht aus einem Mangel.
Wenn Du tiefer in Deine Muster blicken möchtest, helfe ich Dir gerne, Dich zu erinnern, wie diese entstanden sind. Ich helfe Dir ebenso, Dich in diesen Momenten an Deine Ressourcen zu erinnern und diese gezielt anzuwenden.
Eine andere Gelegenheit ergibt sich, wenn Du in der Gruppe mit Gleichgesinnten arbeitest. Du hast hier die Möglichkeit, anhand dessen, was Du Dir wünscht, herauszufinden, was Deine Blockaden sind. Im Januar startet der nächste Workshop «Manifestation – Nutze die Kraft Deines Unterbewusstseins». Mehr über Manifestation erfährst Du hier: Was ist Manifestation und warum Du wissen musst, wie sie funktioniert


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