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Mein Tier ist mein Spiegel

Am Morgen, wenn ich aufstehe, stehen meine Katzen mit mir auf. Sie meist freudiger, als ich. Ich brauche immer einen Moment, bis ich richtig wach bin. Nicht so, die Katzen. Schon vor dem Wecker stehen sie neben mir und warten oder fordern mich auf, bereits früher aufzustehen. Einmal auf zwei Beinen, turnen sie auf dem Bett herum, düsen durch den Gang in die Küche und stürmen nach draussen.

 

Nicht so an einem Morgen Anfangs Dezember. Unsere eine Katze stand nicht auf. Sie lag auf dem Boden und hob nicht mal den Kopf. Ich kümmerte mich um sie, versuchte sie zum Aufstehen zu bewegen, doch sie blieb liegen. An diesem Tag frass und trank sie nicht. Ich schaute übersinnlich, was sie quälte. Als Information bekam ich, dass sie sich verhält, wie wenn ich Migräne hatte. Anstatt Schmerzen fühlte sie Schwindel und Übelkeit. Da sie dies bereits im Frühling hatte und es nach 24 h wieder vorbei ging, behandelte ich sie energetisch. Am Abend begann sie wieder zu trinken, doch essen ging nicht. Ich rief die Tierärztin an und diese meinte, so lange sie trinkt und es langsam bergauf geht, könne ich warten. Das tat ich. Ich behandelte meine Katze mehrmals am Tag und immer ging es ein wenig mehr bergauf. Sie begann langsam zu fressen. Doch ihr Zustand war weit weg von dem, was man als gut bezeichnet. Nachdem sie am fünften Tag noch nicht immer wie gewohnt ass, vereinbarte ich einen Termin in der Tierklinik.


Katze liegt auf der Seite

 

Sie erhielt eine Infusion und es wurde ein Blutbild gemacht. Dieses ergab ausser ein wenig erhöhte Leberwerte, was die Tierärztin auf die geringe Nahrungsaufnahme schob, leicht erhöhte Entzündungswerte und einen leichten Kaliummangel, nichts Aussagekräftigtes an. Das, was mich an diesen Blutwerten aufhorchen liess, war das: Es waren dieselben Parameter, die ich im Blut aufzeigte, nachdem ich Migräneanfälle hatte.

 

An diesem Tag begann unsere Katze wieder zu fressen. Und am anderen Morgen frass sie wieder nicht mehr. Sie verkroch sich und wenn ich sie fragte, was sie habe, meinte sie nur, sie habe Angst. Sie war nicht sie selbst. Nach weiteren Tagen der energetischen Behandlung, gut zureden und den Versuchen, noch mehr übersinnlich heraus zu finden, was sie so quälte, hörte ich eine leise Stimme in mir: «Es ist nicht Deine Katze, schau bei Dir hin». Aber ich konnte nicht bei mir hinschauen. Mir ging es doch gut! Ich hatte dieses Jahr zwei Migräneanfälle, während ich in den vergangenen Jahren wöchentlich oder mindestens zwei Mal im Monat völlig flach lag.


Katzenpfote berührt Hand

 

Ich ignorierte die Stimme in mir. Behandelte weiter und irgendwann wurde ich so wütend, dass das, was ich machte, nicht funktionierte. Und da war es. Dieses Gefühl der Minderwertigkeit, der Wertlosigkeit und der bitteren Verzweiflung. Nachdem all diese Gefühle in mir hochkamen und ich dazu stand, verging eine Stunde und unsere Katze begann zu fressen. Thunfisch. Etwas, das sie vorher nie frass. Ihr bisheriges Futter wollte sie nicht mehr. Sie meinte, es erinnere sie an eine Zeit, in der es ihr sehr schlecht ging. So kaufte ich ihr neues Futter und sie begann zu fressen. Sie begann wieder zu rennen, zu spielen und kam aus dem Badezimmer hervor zu uns ins Wohnzimmer. Alles innerhalb von ein paar Stunden, während ich zuvor zwei Wochen alles an ihr anwendete, das ich zur Verfügung hatte.

 

Seit längerer Zeit sage ich immer wieder, dass das Tier oftmals nicht das Problem ist, sondern der Mensch. Ich ignorierte in diesem Fall meine eigenen Erkenntnisse. Als ich zu dieser Erkenntnis zurück ging, respektive der Stimme in mir vertraute, dass ich bei mir hinschauen muss, konnte meine Katze wieder Katze sein. Ich gab meine Schwächen nicht bewusst an meine Katze weiter. Aber sie nahm sie auf. Ich kann ihr nicht sagen, dass sie das nicht tun soll, da hört sie nicht auf mich. Es ist meine Verantwortung, meine emotionalen Schmerzen bei mir zu lösen und die Wunden zu heilen.


Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es etwas vom Schwierigsten ist, sich diesem Schmerz zu stellen, diesen zu fühlen und ihn nicht einfach zu überdecken. Wie das geht, das weiss ich. Die letzten zwei Jahre machte ich eine Ausbildung in genau diesem Bereich. Ich helfe Menschen, unangenehme Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit zu verarbeiten und zu transformieren, so dass sie das Jetzt und die Zukunft selbstbestimmt, freudig und mit Zuversicht leben können. Ohne dass die Vergangenheit sie immer wieder einholt.

 

Ich wollte wissen, weshalb es so kam, dass meine Katze meinen Schmerz aufnahm und ich schaute es übersinnlich an. Die Information war diese: Ich konnte den alten Schmerz nicht vollständig loslassen, da ich Angst davor hatte, dieses vertraute Gefühl zu verlieren und dann nicht mehr zu wissen, wer ich bin. Nun konnte ich immerhin noch diesen Schmerz in ihr behandeln. Das jedoch funktionierte nicht, denn er war nicht von ihr. Es war mein Schmerz. Sie diente mir nur als Spiegel. Mein Tier ist mein Spiegel.


Katze im Spiegel

 

Eine weitere Frage stellte ich mir noch. Sind das wirklich alles meine eigenen Gefühle und Unzulänglichkeiten, oder gibt es vielleicht noch so etwas, wie eine andere Kraft, ein Gegenteil zu einem Geistigen Helfer, einen Geistigen Widersacher?

 

Dazu mehr im nächsten Blogpost hier.

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